Geschrieben am 18. November 2008 um 16:29 von
Kategorie: Steuerrecht

Muss ich als deutscher Webmaster mit Sitz in Deutschland Umsatzsteuer auf Provisionen zahlen, wenn das PP in einem Drittland (Land außerhalb der EU liegt)?

Im Prinzip ändert sich nicht viel. Die Vermittlung des Kunden an das PP ist wieder die sonstige Leistung, die auf elektronischem Weg erbracht wird.

Nehmen wir an, das PP sitzt in der Schweiz. Die Schweiz ist Drittland, weil sie weder zur EU gehört, noch zu Deutschland.

Maßgeblich für den Ort der sonstigen Leistung ist also § 3a Abs. 3 S. 1 UStG. Empfänger der Vermitllungsleistung durch den deutschen Webmaster ist das PP. Das sitzt in der Schweiz. Also ist der Ort der sonstigen Leistung die Schweiz.

Das hat zur Folge, dass der deutsche Webmaster auf seiner Rechnung keine Umsatzsteuer zu berechnen hat oder – so wie es üblich ist – die Gutschrift durch das PP in der Schweiz ohne Umsatzsteuer erfolgt. Die sonstige Leistung ist also umsatzsteuerfrei.

Dabei ist zu beachten, dass dies natürlich nur gilt, wenn das PP tatsächlich in dem Drittland ansässig ist. Das ist dann der Fall, wenn es dort Büroräume und Personal gibt, die unternehmerischen Entscheidungen dort getroffen werden und auch Leistungen von dort aus erbracht werden, um einige Kriterien zu nennen, die die Finanzverwaltung als Maßstab anlegt.

Problematisch für einen Webmaster wird es also nur dann, wenn das PP einen Briefkasten im Drittland bewohnt und der Inhaber tatsächlich von Deutschland aus arbeitet. Dann und nur dann wäre nämlich der Ort der sonstigen Leistung wieder in Deutschland.

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